Herzlich Willkommen

Carols by candlelight

Wer recht behält, wird von den meisten gelobt und angesehen,

als ob er auch recht habe.

Matthias Claudius

© Claudius-Ensemble 

Aufführungen des Programms Samstag, 22. Dezember 2012 17:00 Uhr Dorfkirche Bergholz * Dirigent: Alexander Lebek      

Ein Weihnachtsliederabend mit dem Claudius-Ensemble.

Das diesjährige Weihnachtsprogramm entführt Sie auf eine Reise rund um die Welt. Es erklingt Altes wie Neues, Bekanntes wie Unbekanntes. Lassen Sie uns gemeinsam innehalten und einstimmen auf die schönste Zeit des Jahres.
Once in Royal David’s City aus England • Satz: H. J. Gauntlett (1805–1876) „Einst in der königlichen Stadt Davids“ wurde erstmals 1848 im von Miss Cecil Humphreys stammenden Gesangbuch „Hymns for little Children“ veröffentlicht. Ein Jahr später entdeckte H. J. Gauntlett das Gedicht und schrieb dazu die hymnisch anmutende Melodie. Seit 1919 eröffnet der berühmte Chor vom King’s College in Cambridge traditionell mit diesem Lied eine Prozession zum Einzug in den Weihnachtsgottesdienst. In England wird dieses Ritual von Millionen von Zuhörern im Rundfunk live verfolgt. Kálanta aus Griechenland • Satz: Gunther Erdmann (1939–1996) Gunther Erdmann war ein bedeutender Komponist von Chormusik, der Brandenburg stets eng verbunden war. Mit seinem Schaffen bereicherte er die internationale Kinder- und Jugendchorliteratur. Klangmalerische Glockentöne aus Erdmanns "Europäischem Weihnachtskalender" leiten hier den schlichten Text ein: „Recht guten Abend ihr lieben Leut’, wir möchten Euch heute hier  voller Freud verkünden Christi Geburt.“ Gesù Bambin l’è nato aus Italien • Satz: Gunther Erdmann Wohl keine andere Erzählung im christlichen Kulturkreis hat so viel an Liedern und Musik und auch bildender Kunst und Bildhauerei inspiriert und hervorgebracht wie die Weihnachtsgeschichte – angefangen mit dem „Gloria“ der Engel, dem Lobgesang der Hirten, bis hin zu den Wiegenliedern von Maria und Joseph. Vom „Kindelwiegen“ ist zwar nirgendwo in der schlichten Krippenszene des Lukasevangelium die Rede, aber die menschliche Phantasie vernahm beim Lauschen der Erzählung das wunderbare musikalische In-den-Schlaf-Wiegen des Christkindes. Chorfantasie auf der Grundlage eines Kanons von Melchior Vulpius und eines Gedichtes von Theodor Storm, gelesen von Katrin Wulfert und Alexander Kolew. O du fröhliche Weise aus Sizilien Satz: Hermann Riedel (1847–1913) 1. Strophe: Johannes Falk (1816) 2. und 3.Strophe: J.G. Holzschuher (1829) Nachdem Johannes Daniel Falk vier seiner sieben Kinder durch Thyphus verloren hatte, begründete er in Weimar das „Rettungshaus für verwahrloste Kinder“. Den dort aufgenommenen Waisen widmete er 1816 das heute als Weihnachtslied bekannte „O du fröhliche“. Der Melodie liegt ein Marienlied zugrunde, das mit dem Text „O sanctissima, o purissima, dulcis virgo Maria“ bis heute in Italien gesungen wird. Falk fand dieses Lied in der berühmten Sammlung „Stimmen der Völker in Liedern“ des Weimarer Super¬intendenten J.G. Herder. Sind die Lichter angezündet Worte: Erika Engel-Wojahn (1911–2004) Weise: Hans Sandig (1914–1989) • Satz: Gunter Erdmann „Ein Engel aus der DDR bescherte uns eins der schönsten Weihnachtslieder“, war im Dezember 1972 in der "Märkischen Volksstimme" über dieses Lied und seine Dichterin zu lesen, die zwischen 1945 und 1952 in Bergholz-Rehbrücke lebte. Sie verstarb 2004 und ist auf dem Friedhof von Rehbrücke beigesetzt. Jul, Jul, strålande Jul aus Schweden • Worte: Edvard Evers (1921) Weise und Satz: Gustav Nordquist (1886–1949) Der Text dieses in Schweden sehr populären spätromantischen Chorliedes malt die Weihnachtszeit (schwedisch: Jultid) als unschuldig-weißes, schneereiches, friedvolles Naturbild. Auf dem Hintergrund der Entstehungszeit dieses Werkes – kurz nach dem Grauen des ersten Weltkrieges – gewinnen die Bilder und ihr Klang eine Präsenz über das bloß Idyllische und Romantisch- Gefühlvolle hinaus. In der beinahe unendlich weiten Natur des hohen Nordens mit ihren riesigen Wäldern und Lichtungen, wo aus den Fenstern einsam gelegener Gehöfte die Lichter friedlich und einladend in die Sternennacht hinausschimmern, senkt sich über Blut, Schlachtenlärm, Krankheit und Leid der segnende Friede und die Ruhe der heiligen Nacht. Es ist ein Ros entsprungen Michael Praetorius (1571–1621) • 3. Strophe: Friedrich Layritz (1808–1858) Ursprünglich umfasste dieses Lied in der vorreformatorischen Zeit 23 Strophen. Für den Protestanten Praetorius hatten davon aber nur zwei Strophen Bestand, als er sie vierstimmig vertont 1609 veröffentlichte. Aber selbst die 2. Strophe, in der noch von der „reinen Magd Maria“ die Rede ist, hat er verändert, sozusagen entmarianisiert. Les anges dans nos compagnes aus Frankreich • 18. Jh., Verfasser unbekannt Ein unbekannter Erzähler malt hier ein hymnisch-schreitendes und doch zugleich einfach komponiertes „Klangbild“ des von Bergen umgebenden Hirtenfeldes von Bethlehem. Der Stern strahlt vom Himmel nieder und das Echo eines sieghaften Freudengesangs wird von den Bergen zurückgeworfen. In den barock klingenden Sequenzen des Refrains verbindet sich das himmlische „Gloria in excelsis Deo“ der Engel mit dem Lobgesang der Hirten ... Coventry carol aus England • Satz: Martin Fallas Shaw (1875–1958) Dieses englische Weihnachtslied (= carol) aus Coventry geht zurück auf die seit dem Mittelalter weitverbreitete Tradition der Mysterienspiele, in denen Schauspieler biblische Begebenheiten für das leseunkundige Volk in Kathedralen oder auf Kirchplätzen darstellten. Erzählt wird hier von dem von König Herodes befohlenen Kindermord zu Bethlehem. Innerhalb des Mysterienspiels wurde es als Wiegenlied von den Frauen Bethlehems gesungen, in Vorahnung des furchtbaren Geschehens. Übers Gebirg Maria geht Johannes Eccard (1553–1611) Diese fünfstimmige Motette vertont Marias Wanderung zu ihrer Cousine Elisabeth kunstvoll und zugleich volkstümlich. Auf ihrem Weg erscheint Maria ein Engel, der ihr die so besondere Geburt Jesu prophezeit. Darauf stimmt sie den auch als „Magnificat“ bekannten und häufig vertonten Lobgesang an. Wie so oft in der frühbarocken geistlichen Dichtung, fordert der Schluss der Motette uns dazu auf, das überlieferte Geschehen im eigenen Herzen zu verinnerlichen und nachzuvollziehen ... In the bleak mid-winter aus England • Gustav Holst (1874–1934) Diese Vertonung der Worte Christina Rossettis (1830–1894) malt die harten Bedingungen bei der Geburt Jesu aus. Der Winter hat die Erde hart wie Eisen und das Wasser steinhart gefrieren lassen, die Winde schreien und unaufhaltsam fällt Schnee auf Schnee. In der letzten Strophe wandelt sich die Natur- und Krippen-szenerie in eine berührende Selbstreflexion: „Was kann ich armer Mann ihm geben? ... So leg ich ihm nur mein Herz zu Füßen.“ Stille Nacht aus Österreich • Franz Xaver Gruber (1787–1863) Der Text entstand am 23.12.1818 aus der Feder von Joseph Mohr aus Oberndorf bei Salzburg. Wenig später vertonte Franz Gruber den Text. Wandernde Tiroler brachten das Lied nach Leipzig, wo es als „Tiroler Volkslied“ gedruckt wurde. Von dort verbreitete sich das Lied in die ganze Welt. Fuentecilla que corres Volkstümliches Weihnachtslied aus Andalusien, Spanien Satz: Eduardo Cifre Volkstümliches Krippenlied, welches in der Tradition spätmittelalterlicher gemalter Weihnachtsbilder das in der Krippe liegende Jesuskind besingt. Die klagende Nachti¬gall, die „im Walde weinend singt“, die Rose und die kreuzförmige Blüte des Schöterichs, die dieses Bild beleben, spielen schon auf die Passion Christi an. Die fließende, kleine Quelle (Titel des Liedes) dagegen mag das verheißene ewige Leben symbolisieren. Ursprünglich nur zu Ehren des Christuskindes gesungen, ist das Lied in der spanischsprachigen Welt zu einem sehr beliebten Wiegenlied geworden. Lulajże Jezunui Geistliches Volkslied aus Polen Satz: Gunther Erdmann Auch dieses volkstümliche Wiegenlied ist aus der Tradition der Krippenspiele entstanden. In ihm wird das weinende Jesuskind in den Schlaf gesungen: „Schlafe, mein kleines Perlchen, mein allerliebstes Kerlchen, mein wunderschönes Engelchen, der Welt trostreiches Blümchen, und du, Mutter, trockne seine Tränlein.“ Ich steh an deiner Krippen hier Satz: J. S. Bach (1685–1750) Worte: Paul Gerhardt (1607–1676) Die dem vierstimmigen Satz von Bach zugrunde liegende Melodie hat Martin Luther 1529 ursprünglich für den endzeitlichen Text „Es ist gewisslich an der Zeit“ kom-poniert. Wie in einem musikalischen Vexierbild schließt Bach damit einen Kreis – beginnend mit der großen Erneuerung der Welt, die im christlichen Verständnis mit der Geburt Jesu ihren Anfang nimmt, bis hin zum apokalyptischen Weltenende und dem lichtvollen Ziel der Wiedergeburt dieser Welt. Freu dich Erd und Sternenzelt aus Böhmen Satz: Hermann Riedel (1847–1913) Der Ursprung dieses Liedes lässt sich bis ins 15. Jahrhundert in Böhmen zurückverfolgen. Es bringt eine über den einzelnen Menschen weit hinausreichende Freude und Beseelung über „das menschgewordene Wort“ in einer kindlich anmutenden Melodie zum Ausdruck.
Herzlich Willkommen Foto: Jan Pauls Fotografie, Berlin