Herzlich Willkommen

Lasset uns singen!

Das Sternlein ist verschwunden, ich suche hin und her;

wo ich es sonst gefunden, und find es nun nicht mehr.

Matthias Claudius

© Claudius-Ensemble 

Aufführungen des Programms Samstag, 2. Mai 2015 19:30 Uhr Cabrizio Offenstetten Samstag, 4. Juli 2015 17:00 Uhr Dorfkirche Bergholz Samstag, 11. Juli 2015 17:00 Uhr St. Peter & Paul auf Nikolskoe Sonntag, 12. Juli 17:00 Uhr St. Peter & Paul Potsdam  * Dirigentin: Claudia Jennigs
»Lasset uns singen!« lautet das Motto des diesjährigen Sommerprogramms des Claudius- Ensembles – frei nach dem bekannten Frühlingslied vom Kuckuck, der aus dem Wald ruft. Tiefgründig-romantische sowie moderne, erheiternde Neuvertonungen bekannter Volkslieder und geistliche Kompositionen stehen in diesem Programm nebeneinander – scheinbar gegensätzlich, doch verbunden durch die uralte Kraft der gesungenen Musik, Menschen zusammenzubringen und emotional zu verbinden. So spannt sich der musikalische Bogen von Brahms und Bruckner über Max Regers inniges »Ich hab' die Nacht geträumet« und das spritzig-humorvolle »Heißa Katreinerle« bis hin zum jahrhundertealten, tänzerischen »Exultate Justi«, über Henry Purcells flehende Psalmenvertonung »Hear my prayer, O Lord«, um von dort wieder ins 20. Jahrhhundert zu dem mystischen Farbenspiel »O sacrum convivium« des Olivier Messiaen zurückzukehren.
In den vielen deutschen Volksliedern gibt es einen unglaublich reichen Schatz an Melodien und Texten, die seit Jahrhunderten wesentlich auch die sakrale Musik mitinspiriert haben. So waren geistliche und weltliche Musik eigentlich nur im Mittelalter noch unversöhnte Gegensätze, denn spätestens mit Luthers Reformation änderte sich das grundlegend. Nicht wenige seiner Kirchenlieder für eine aktiv singende Gemeinde haben ihren Ursprung in bekannten Volksliedmelodien. Was Volkslieder und geistliche Lieder, Motetten, auch verbindet, ist ihr Bezug zum Lauf der Jahreszeiten und des Kirchenjahres. In der Passion und dem oft besungenen Liebesleid, in Frühling und österlicher Auferstehung, im Ausdruck von Liebessehnsucht und religiöser Erlösungshoffnung gibt es vielfache inhaltliche oder atmosphärische Überschneidungen, auch wenn Motetten mit ihren Texten von Psalmen, Kirchenfesten und Lobgesängen in erster Linie dazu dienen, Gott zu loben, während Volkslieder – oft balladenhaft – die ewigen Themen besingen: von Liebe, Sehnsucht, Leben und tragischen Verlusterlebnissen im Spiegel oder auf dem Hintergrund der Tröstungen und der Schönheit der Natur ...
Herzlich Willkommen Foto: Jan Pauls Fotografie, Berlin