Herzlich Willkommen

Matthäus-Passion

Liebt Euch auf Erden, liebt und wisst,

das Gott im Himmel Liebe ist.          

Matthias Claudius

© Claudius-Ensemble 

Aufführungen des Programms Samstag, 23. März 2013 17:00 Uhr Andreaskirche, Wannsee Sonntag, 24. März 2013 17:00 Uhr Heilig-Geist-Kirche, Werder * Dirigent: Alexander Lebek      

Das Claudius-Ensemble präsentiert:

Evangelist Laurin Oppermann Jesus Simon Stricker Judas/Pilatus/Petrus Ferdinand Keller Kaiphas Nils Svensson 1. Magd Anne Krauß 2. Magd Gabriele Völker Frau des Pilatus Marika Steiger/Katrin Wulfert
Die Matthäus-Passion von Heinrich Schütz (1585–1672) wurde im Jahre 1666 in der Dresdner Schlosskirche uraufgeführt. Dort hatte sie in der Liturgie der Passionszeit ihren festen Platz. Das Opus wurde als reines  Chorwerk komponiert, da Musikinstrumente, selbst eine sparsame Generalbassbegleitung durch eine Orgel und ein Bassinstrument, während der Passionszeit in vielen Kirchen ebenso wenig wie Glockengeläut verwendet werden durften. Schütz komponierte die Matthäus‐Passion in seiner Funktion als Hofkapellmeister Dresdens, dem auch die Kirchenmusik und die musikalische Gestaltung der liturgischen Teile des Gottesdienstes unterstand. Eine ähnliche Funktion hatte rund 100 Jahre später Johann Sebastian Bach in Leipzig inne. Zweihundert Jahre lang versank das Werk nach Schütz’ Tod in einen Dornröschenschlaf. Es wurde erst auf Anregung des Musikwissen- schaftlers Friedrich Spitta durch Arnold Mendelssohn um 1887 (dessen Vater ein Vetter des berühmten Felix Mendelssohn-Bartholdy war) in Bonn, dem Zeitgeschmack entsprechend, mit einer Klavier- oder Orgelbegleitung versehen und mit Teilen aus anderen Schütz- Passionen vermischt wiederaufgeführt. Bis zur Aufführung der Originalfassung – also rein a‐cappella wie in der Aufführung des Claudius-Ensembles – sollten jedoch noch fast 50 Jahre vergehen. So geschehen beim Schütz-Fest in Celle im Jahre 1929. Schütz schulte sich in jungen Jahren bei dem Venezianer Gabrieli und am neuen, wortgebundenen Stil des Claudio Monteverdi. Die Größeund Aktualität von Schütz liegt in der Verbindung von Sprachbetonung und Rhythmus, den Wort-bedeutungen in ihrer Beziehung zu musikalisch-redenden Motiven und Symbolen, der Beherrschung sämtlicher damaliger Kompositionstechniken. All diese Elemente erklingen bei Schütz, bei seiner musikalischen Ausdeutung des biblischen Passionstextes, souverän zu einer höheren Einheit verschmolzen. (Text: Jürgen Motog)
»Das ureigenste Vermächtnis von Heinrich Schütz und gleichzeitig seine Aktualität liegen in seinem künstlerischen Umgang mit dem Wort. Das Wort ist das Zentrum seines Schaffens. Das Einmalige im Umgang mit dem Wort zeigt sich darin, dass er nicht bei dem Erfassen des rationalen Wortsinnes und den grammatikalischen Zusammenhängen stehenbleibt, sondern in seiner Musik Dinge wiedergibt und lebendig zu machen vermag, die über die Grenze dessen hinausgehen, was wir in unserer menschlichen Sprache auszudrücken vermögen. Das Unaussprechliche und rational nicht Fassbare gewinnt in seiner Musik Gestalt.« Zitat von Martin Flämig (1913–1998) Kantor der Kreuzkirche, Dresden
Herzlich Willkommen Foto: Jan Pauls Fotografie, Berlin