Stummfilm einmal anders: Christus (1916)

Lehre nicht andere, bis zu selbst gelehrt bist.

Matthias Claudius

© Claudius-Ensemble 

Aufführungen des Programms Freitag, 10. November 2017 20:00 Uhr St. Augustinus, Berlin Sonntag, 12. November 2017 20:00 Uhr Kirche am Hohenzollernplatz, Berlin * Dirigentin: Eva-Christiane Schäfer Orgel/Choreinstudierung: Johannes Lienhart
Schon den ersten Filmemachern war bewusst, dass bewegte Bilder erst durch Sprache und Musik ihre volle Wirkung entfalten. Um dieses zu verwirklichen, wurden schon die frühesten Filme durch eingeblendete Texttafeln erklärt und musikalisch untermalt. Anfangs noch durch das Abspielen von Grammophon-Platten wurde im Laufe der Zeit die musikalische Begleitung mehr und mehr durch Improvisation am Klavier, später durch eigens gebauten Kinoorgeln übernommen. Die Be- gleitung von Stummfilmen entwickelt sich so mehr und mehr zu einer eigenständigen Kunstform, die hervorragene Stummfilmpianisten wie Willy Sommerfeld (1904-2007) hervorbrachten und bringen (Gerhard Gruber; *1951).
Herzlich Willkommen Foto: Jan Pauls Fotografie, Berlin
Wie sich nun der italienischer Regisseur Guilio Antamoro die musikalische Untermalung seines Christus-Filmes (1916) vorgestellt hat, wurde nicht überliefert. Johannes Lienhart (Organist und Leiter des Claudius-Ensemble) hat sich dazu seine ganz eigenen Vorstellungen gemacht und präsentiert seine Orgelimprovisation im Wechsel mit chorischen Elementen, gesungen vom Claudius-Ensemble. Diese unkonventionelle Arte der Filmbegleitung ist ein absolutes Novum in der Aufführung von Stummfilmen. Der Wechsel komponierter und improvisierter Teile der stimmungsprägenden Klangkörper Chor und Orgel ist dabei bemerkenswert.   Ein Fest für Augen und Ohren!