Unmögliche Liebschaften

Es gibt Freundschaften, die im Himmel beschlossen sind

und auf Erden vollzogen werden.

Matthias Claudius

© Claudius-Ensemble 

Foto: Jan Pauls Fotografie, Berlin
Aufführungen des Programms Samstag, 9. Juni 2012 16 .00 Uhr Kaiser-Friedrich-Kirche zu Golm Sonntag, 10. Juni 2012 17:00 Uhr Dorfkirche Geltow * Dirigent: Alexander Lebek      

A-cappella Gesang am Nachmittag

Ach, die Liebe! Ja, die Liebe. Sie ist und bleibt ein Dauerthema. Ob in der Renaissance, der Romantik oder der heutigen Zeit - die Liebe führt nicht selten zu "Unmögliche Liebschaften". Liebeslieder, deutsche Volkslieder in anspruchsvoller Bearbeitung und skandinavische Chormusik, vereint das Claudius-Ensemble der Singakademie Potsdam e.V. zu diesem Thema in seinem neuen Programm.
"In unseren Liedern stellen wir der hübschen Rohtraut nach und küssen sie, wir verzagen, schöpfen Mut und sehen, wie ein Knabe ein Röslein bricht. Wir lassen uns von nordischen Tönen verzaubern, und tanzen, bevor Rasmus das Mieder von Randi ergreift. Wir gehen mit unserer Angebeteten durch Krankheit und Leid, gleiten durch wehende Winde, hören zwitschernde Vögel, und finden beim Schneiden von grünem Ginster das Liebste der Welt ..." sagt Alexander Lebek, der neue Chorleiter des Ensembles. In Eduard Mörikes "Schön Rothraut", vertont von Robert Schumann, verdreht Rohtraut, König Ringangs Töchterlein, einem einfachen Knaben den Kopf – eine gesellschaftlich unmögliche Liebschaft entsteht. Sie verführt ihn "unterm Eichenbaum"... Im "Heidenröslein" ist anfangs noch alles in Ordnung. Ein „wilder Knabe” ver-langt nach einem Mädchen und erweckt auch deren Gegenliebe. Doch als er sie dann sitzen lässt, rächt sie sich! Eine unmögliche Liebschaft mit "Weh' und Ach". "Som stjärnan" gehört zu den bekanntesten volkstümlichen Liebesliedern Schwedens. Selma Lagerlöf umschrieb dessen Stimmung mit einer "Sehnsucht, die bis in den Himmel reicht". "So wie der Stern am Himmel sich sehnt nach seinem Raum, so sehnt mein Herz sich nach dir, mein kleines Lieb, zu jeder Stund, und auch im Traum. Jede Stunde scheint lang wie ein Monat, jeder Monat zieht sich hin wie ein Jahr. So sehne ich dich herbei, mein kleines Lieb, ob du auch fern bleibst immerdar." Mit "Lokkeleg" und "Dans! ropte Felen" aus der Feder des Verfassers der norwegischen Nationalhymne und Nobelpreisträger für Literatur Bjørnstjerne Bjørnson (1832–1910) erklingen zwei Texte, die Wilhelm Peterson-Berger, ein schwedischer Komponisten und Musikdramatiker, vertonte. Im ersten lockt ein Jüngling seine Liebste, im zweiten finden wir uns auf einem Tanzparkett wieder. "Lokkeleg" – Wie heißt du, mein Mädel am Hirtenstocke, das bläst in ihr Horn und strickt die Socke? Name mein schwimmt wie die Ent' auf der Flut, komm rüber du Bursch, mit dem Bockfellhut! Und wie heißt dein Vater, dein Haus, wo mag's stehen? Ich hab dich noch nie in der Kirche gesehen! Vater, er starb und mein Häuschen verbrannte, den Weg zu der Kirche mir keiner noch nannte. "Dans! ropte Felen" – "Tanz!", rief die Fiedel mit kreischenden Saiten, der fesche Amtsmann sprang auf und schrie "Hu!". "Hans!", rief der Ole: "wir stell’n ihm ein Bein", und der Amtsmann fiel hin, alles lachte dazu. "Hopp!", sagte Erik und schlug an die Decke, dass alle erschraken, so laut war der Krach. "Stopp!", sagt Elling und packt ihn am Kragen, ohn’ lange zu fragen: "Du Wicht bist zu schwach!" "Hej!", sagt der Rasmus, fasst Randi ums Mieder, "so komm doch und gibt mein ein Ku¨sschen, i bitt!" "Nein!", rief die Randi, "'ne Watschen kannst kriegen" und lief im davon gleich: "So, nun sind wir quitt!"
Herzlich Willkommen Foto: Jan Pauls Fotografie, Berlin